Praxiserfahrungen

Praktische Erfahrungen mit dem Trinkwasserspender

Bei der Planung und Durchführung der "Trinkfit"-Studie haben wir vielfältige Erfahrungen gesammelt. Diese möchten wir allen Interessierten zugängig machen, um sie bei ihren Aktivitäten zu Trinkwasser in Schulen zu unterstützen. Die Rubrik wird im weiteren Verlauf der Studie in den kommenden Monaten stetig ergänzt.


I Überlegungen im Vorfeld

Ist die Trinkwasserqualität in unserer Schule in Ordnung?
Das Trinkwasser wird vom Wasserversorger regelmäßig untersucht und verlässt das Wasserwerk immer in einwandfreier Qualität. Die Qualität des Trinkwassers kann allerdings durch die Leitungen in der Schule beeinflusst werden, wenn z. B. alte Rohre zu Trübungen führen oder in Altbauten noch Bleileitungen liegen. Deshalb ist es sinnvoll, im Vorfeld die Trinkwasserleitungen zum Trinkwasserspender auf ihre Qualität zu überprüfen.


Welche Aufgaben fallen im laufenden Betrieb an und wie können diese in der Schule organisiert sein?
Der Arbeitsaufwand für die Schule im laufenden Betrieb ist gering.

Für die Wasserspender müssen regelmäßig Kohlensäureflaschen bestellt und gewechselt werden. Eine 10 kg Kohlensäureflasche reicht für ca. 1.500 l gesprudeltes Wasser. Somit wird das Bestellen und Wechseln bei einer mittelgroßen Schule etwa alle 10-12 Wochen notwendig sein. Bei Störungen muss die für Wartung zuständige Firma angerufen werden, um diese telefonisch abzuklären oder einen Techniker kommen zu lassen. Diese Tätigkeiten könnten z. B. in den Aufgabenbereich des Hausmeisters fallen.

Eine ansprechende Abgabestelle für das Wasser ist eine Voraussetzung für die Akzeptanz der Aktion. Deshalb sollte der Wasserspender regelmäßig außen feucht abgewischt werden. Evtl. können Wasserflecken auf dem Boden vor dem Gerät sein, die entfernt werden müssen.

Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sollten die Notwendigkeit dieser Arbeiten im Vorfeld angesprochen, die Aufgaben verteilt bzw. zugewiesen werden und mit den entsprechenden Personen (Hausmeister, Reinigungskraft) geklärt werden.

Die technische Wartung des Wasserspenders wird üblicherweise in einem regelmäßigen Turnus (meist alle sechs Monate) von der zuständigen Firma übernommen.

Worauf ist beim Standort für den Wasserspender zu achten?
Der Standort muss nach den jeweiligen Vorschriften zum Brandschutz für ein elektrisches Gerät geeignet sein. Hierzu sollte der Brandschutz-Beauftragte der Schule hinzugezogen werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass ein Stromanschluss und Wasserleitungen, sowohl für den Wasserzufluss als auch für den Abfluss, in der Nähe vorhanden sind bzw. installiert werden.

Der Wasserspender sollte an einem Ort stehen, der von den Schülern jederzeit erreichbar ist. Der Ort sollte zum Wasserkonsum einladen. Außerdem sollte der Wasserspender so aufgestellt werden, dass genügend Platz vor dem Gerät ist, damit mehrere Schüler gleichzeitig an dem Gerät stehen können, ohne sich gegenseitig zu bedrängen.

Worauf ist bei der Wahl des Wasserspenders für Schulkinder zu achten?
Der Wasserspender sollte grundsätzlich leicht zu bedienen sein. Für jüngere Schüler ist es wichtig, dass die Bedientasten in einer kindgerechten Höhe liegen.

Die Durchflussgeschwindigkeit des Wassers sollte möglichst hoch sein, um ein schnelles Befüllen der Trinkgefäße zu gewährleisten. Füllzeiten unter 20 Sekunden für 0,5 Liter kohlensäurehaltiges Wasser sind anzustreben. Falls gekühltes Wasser gewünscht ist, sollte zusätzlich auf eine ausreichende Kühlleistung geachtet werden.

Die Oberfläche des Wasserspenders sollte möglichst so beschaffen sein, dass sie gut und einfach gereinigt werden kann.

Welche Trinkgefäße sind für Schulen geeignet?
Geeignet sind verschließbare Gefäße wie Flaschen, da die Schüler die gefüllten Gefäße mit in die Klasse oder Pause nehmen. Diese können aus Kunststoff oder Aluminium sein. Sie sollten ein Fassungsvermögen von mindestens 0,5 Liter haben, damit der Inhalt für Zeit des Vormittagsunterrichts reicht. Die Flaschen sollten standfest, möglichst auslaufsicher und leicht zu verschließen sein. Sie sollten auch spülmaschinenfest sein, um eine gründliche Reinigung zu ermöglichen.

Es sollte bedacht werden, ob für die Schüler eher Flaschen mit Schraub- oder eher mit Saugverschluss geeignet sind. Hierbei sollten die Vor- und Nachteile auch altersabhängig berücksichtigt werden.

Trinkflaschen mit dem Aktionslogo können bei der wvgw Wirtschafts- und Verlagsgesellschaft Gas und Wasser mbH bestellt werden (www.wvgw.de).


II Fragen zum praktischen Umgang mit dem Wasserspender


Wie kann das Befüllen der Trinkgefäße organisiert werden?
Um zu gewährleisten, dass die Schüler so früh wie möglich am Morgen, auf jeden Fall aber zum Unterrichtsbeginn etwas zu trinken haben, ist ein reibungsloses Befüllen der Flaschen wünschenswert. Das Befüllen der Flaschen kann entweder von jedem Schüler einzeln vorgenommen werden oder es werden so genannte Wasserdienste eingeführt.
Befüllen die Schüler einzeln ihre Flaschen kann es zu einer Schlange vor dem Gerät und somit zu Wartezeiten kommen. Den Schülern wird hier evtl. eine Gelegenheit gegeben, Unsinn zu machen.

Werden Wasserdienste eingeführt, füllen z. B. zwei Schüler die Flaschen für die gesamte Klasse. Dies kann vor Unterrichtsbeginn stattfinden. Für das Transportieren der Flaschen eignen sich Flaschentragetaschen. Mit Taschen unterschiedlicher Farbe kann der Wasserdienst zwischen gesprudeltem und stillem Wasser unterscheiden. Wichtig ist hierbei, dass sowohl die Flaschen als auch der Verschluss den Namen des Schülers tragen, um eindeutige Zuweisungen zu gewährleisten.

Das Zapfen von 0,5 Litern dauert in der Regel circa 20 Sekunden. Das Versorgen einer gesamten Klasse benötigt daher ungefähr 15 Minuten. Bei jüngeren Schülern kann das Befüllen noch etwas länger dauern.
Ist es vorgesehen, dass mehrere Klassen gleichzeitig ihre Flaschen füllen möchten, z. B. morgens vor Unterrichtsbeginn, sind Absprachen zwischen den Klassen sinnvoll, um längere Wartezeiten der Schüler vor dem Wasserspender zu vermeiden.


Wie kann das Trinken im Schulalltag gestaltet werden?
Anfangs ist das Interesse an einem neu angeschafften Wasserspender groß. Insbesondere jüngere Schüler sind mit Eifer dabei, die Flaschen zu füllen und zu trinken. Während das Trinken in den Pausen in der Regel immer unproblematisch verläuft, kann es besonders nach Einführung der Geräte und Trinkflaschen zu Unruhe im Unterricht kommen, wenn die Schüler immer wieder an der Trinkflasche nuckeln bzw. die Flasche öffnen und schließen.
Das Einführen von Trinkritualen hilft, ein regelmäßiges Wassertrinken zu sichern und einen störungsfreien Unterricht zu führen. Es kann zum Beispiel jeweils zum Beginn und Ende einer Schulstunde und in den Pausen gemeinsam getrunken werden. Auch im Unterricht, beispielsweise bei Stillarbeiten, bietet es sich an, den Schülern das Trinken zu ermöglichen.