Rund ums Thema

Funktionen des Wassers im Körper

Wasser spielt bei vielen Abläufen im Körper eine bedeutende Rolle:

Um diese Körperfunktionen zu gewährleisten, sind ein stetiger Wasserumsatz und ein ausreichender Wassergehalt des Körpers erforderlich. Der Wassergehalt ist abhängig vom Lebensalter und von der Körperfett- und Muskelmasse. Bei Kindern ist der Wassergehalt höher als bei Erwachsenen (siehe Tabelle 1). Außerdem ist das Verhältnis von Wasserumsatz und Wassergehalt bei Kindern besonders ungünstig und macht ihren Körper anfällig für eine Austrocknung (Dehydratation).

Wasser ist der wichtigste Nährstoff für den menschlichen Organismus.

Tabelle 1: Wassergehalt im Körper (in Prozent des Körpergewichts)

Säuglinge

75

Kinder

60

Erwachsene

50 - 60

Senioren

< 50


Wasserbilanz des Körpers

Der Körper gibt Wasser auf verschiedenen Wegen ab. Unter normalen Umgebungsbedingungen wird die größte Menge an Wasser über den Urin abgegeben. Die Abgabe von Wasser über Atemluft und Schweiß ist von der Umgebungstemperatur und der körperlichen Aktivität abhängig. Daher kann sie vom Körper nicht reguliert werden. Dagegen kann die Wasserabgabe über den Urin vom Körper selbst reguliert werden. Bei hohen Wasserverlusten, zum Beispiel durch Schwitzen bei intensiver körperlicher Tätigkeit, bei hohen Temperaturen oder wenn zu wenig getrunken wird, greift die Niere regulierend ein und verhindert weiteren Wasserverlust, indem sie den Urin konzentriert. Da ein chronisch unausgeglichener Wasserhaushalt auf Dauer gesundheitliche Schäden verursachen kann, ist es wichtig, ausreichend viel zu trinken.

Da der Mensch ständig Wasser verliert, muss er zum Erhalt seiner Körperfunktionen die gleiche Menge an Wasser aufnehmen.

Der größte Teil der Wasseraufnahme erfolgt direkt über Getränke (im Durchschnitt ca. 50 Prozent). Aber auch mit so genannter "fester" Nahrung wird Wasser aufgenommen – im Durchschnitt ca. 35 Prozent (siehe Abbildung 1). Auch bei der Verbrennung der Nährstoffe im Körper wird Wasser freigesetzt – das so genannte Oxidationswasser. Dieses kann der Körper ebenfalls nutzen. Es macht etwa 15 Prozent der Gesamtwasserzufuhr aus.

Folgen einer negativen Wasserbilanz

Übersteigt die Wasserabgabe über Atemluft, Haut, Urin und Stuhl die Wasseraufnahme über Getränke, feste Nahrung und Oxidationswasser, ist die Wasserbilanz negativ. Die Gesamtmenge von Wasser im Körper nimmt ab, er trocknet aus (dehydriert). Diese Austrocknung (Dehydratation) kann bereits bei einem geringen Wasserverlust das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Körpers beeinträchtigen (Tabelle 2). Ein starker Wasserverlust von über fünf Prozent kann für die Gesundheit bedrohlich werden. 

 

Tabelle 2: Folgen eines geringen Wassermangels

Verlust in Prozent

Folgeerscheinungen

Verlust in Milliliter*

0,5 bis 1,0

Durstgefühl tritt auf.

150 bis 250

2

Möglicherweise werden Kurzzeitgedächtnis und Konzentrationsvermögen beeinträchtigt.

540

3

Speichelsekretion und Urinproduktion gehen zurück, Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Verstopfung können auftreten.

810

*Angaben beispielhaft für ein achtjähriges Kind mit einem Körpergewicht von 27 Kilogramm

Das Durstgefühl ist wie der Schmerz ein Notfallsignal. Daher sollten Kinder nicht erst trinken, wenn sie durstig sind.

Körperliche Belastungen oder Stresssituationen können das Durstgefühl überspielen, sodass Kinder es erst spät wahrnehmen.

Bereits unter normalen Umgebungsbedingungen und ohne nennenswerte körperliche Aktivität verliert der Körper eines achtjährigen Kindes alle fünf Minuten etwa 1 Milliliter Wasser, das heißt 12 Milliliter pro Stunde oder 300 Milliliter pro Tag. Die Wasserverluste bei mittlerer körperlicher Aktivität sind in Abbildung 1 dargestellt. Bei höherer körperlicher Aktivität (zum Beispiel beim Fußballspielen) und sommerlichen Temperaturen sind die Wasserverluste viel größer.

Bei starker Hitze können bereits zwei bis drei Tage ohne Wasseraufnahme zum Tod führen. Auf feste Nahrung kann der Körper dagegen ohne größere Probleme über einen längeren Zeitraum verzichten.

Nicht nur ein schwerer, akuter Wassermangel kann die Gesundheit bedrohen. Auch ein längerfristiger (chronischer) milder Wassermangel von ein bis zwei Prozent kann gesundheitliche Folgen haben: So erhöht sich längerfristig das Risiko für die Entstehung von Nierensteinen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass ein milder chronischer Wassermangel die Entstehung von Harnwegsinfekten, Verstopfung, Belastungsasthma und Herzinfarkt begünstigt.

Wird mehr Wasser aufgenommen als aktuell abgegeben wird, gleicht eine gesunde Niere dies aus. Nur unter Extrembedingungen wie einem Beinahe-Ertrinkungstod oder exzessivem Wetttrinken mit der Aufnahme mehrerer Liter Wasser in kürzester Zeit kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zum Gehirnödem kommen.

Bei gesunden Kindern sind gesundheitliche Probleme durch zu viel Wassertrinken praktisch ausgeschlossen.

Wasser und weitere Getränke in der Kinderernährung
Richtwerte für die Zufuhr von Wasser

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Richtwerte für die Zufuhr von Wasser herausgegeben. Für Grundschulkinder wird eine Wasserzufuhr durch Getränke in Höhe von etwa 950 Milliliter pro Tag empfohlen (siehe Tabelle 3). Etwa 600 Milliliter Wasser nehmen Kinder in diesem Alter pro Tag zusätzlich über feste Nahrungsmittel auf.

Die Richtwerte der DGE sind als Anhaltspunkte zu verstehen. Sie sind nicht verbindlich für jedes Kind.

Der Wasserbedarf des einzelnen Kindes kann von diesen Richtwerten erheblich nach oben abweichen. Er ist abhängig vom Geschlecht, dem Wasseranteil im Körper, der körperlichen Aktivität und den Umgebungstemperaturen.

 

Tabelle 3: Richtwerte für die Zufuhr von Wasser bei Kindern (DGE 2000)

Wasserzufuhr durch

Alter

Getränke
(Milliliter/Tag)

feste Nahrung
(Milliliter/Tag)

1 bis 4 Jahre

820

350

4 bis 7 Jahre

940

480

7 bis 10 Jahre

970

600

10 bis 13 Jahre

1.170

710

13 bis 15 Jahre

1.330

810

Kinder haben im Vergleich zu Erwachsenen, bezogen auf das Körpergewicht, einen höheren Energie-(Kalorien-) und Wasserbedarf: Kinder im Alter von acht Jahren benötigen pro Kilogramm Körpergewicht und Tag etwa 70 Milliliter Wasser aus Getränken, fester Nahrung und Oxidationswasser. Erwachsene brauchen dagegen nur etwa halb so viel (30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht). Bezogen auf die Energiezufuhr ist der Wasserbedarf bei Kindern und Erwachsenen allerdings ähnlich (1 Milliliter Wasser pro Kilokalorie Energiezufuhr).