Hintergrund

Wissenschaftliche Grundlage

Die Vorbeugung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen ist heute eine der größten Herausforderungen der Wissenschaft und Politik.

Die Therapie von Adipositas ist schwierig, kostspielig und häufig erfolglos. Die Vorbeugung auf Bevölkerungsebene ist daher die Strategie der Wahl. Bisherige Präventionsprogramme der Adipositas bei Kindern in anderen Ländern waren mit Ausnahme von Teileffekten allerdings nicht erfolgreich. In Deutschland mangelt es nicht an Informationsmaßnahmen und handlungsorientierten Projekten zur Kinderernährung. Diese sind meist einmalig und kurzfristig (z. B. Frühstücksaktionen) und überwiegend nicht evaluiert. Auf diese Weise werden kostbare Ressourcen vergeudet, während die Zahl übergewichtiger Kinder stetig steigt.

Das Scheitern der bisherigen Präventionsprogramme könnte auch damit erklärt werden, dass die Ansätze zu vielschichtig, zu wenig fokussiert und die Botschaften für die Zielgruppe der Kinder zu komplex waren.

Die Schule ist hervorragend geeignet für die Gesundheitserziehung von Kindern und Jugendlichen, weil

Kinder können durch schulische Gesundheitserziehung in ihrer Ernährungskompetenz wirksam gefördert und unterstützt werden. Das Umfeld Schule kann dabei sowohl Verhältnisprävention betreiben, d. h. Gesundheitsrisiken in den Umwelt- und Lebensbedingungen werden vermindert oder beseitigt, als auch eine Strategie der Verhaltensprävention z. B. durch Wissensvermittlung, anstreben, also eine Veränderung gesundheitsgefährdender Gewohnheiten und Lebensstile.

Prävention ist umso Erfolg versprechender je früher sie beginnt, d. h. je weniger sich ungünstige Gewohnheiten bereits verfestigt haben. Die Grundschule ist deshalb ein viel versprechender Ort für die Primärprävention.